Rainer Borghoff's Malerei entsteht überwiegend in Werkgruppen.

 

In den achtziger und neunziger Jahren widmet er sich maßgeblich figürlichen und gegenständlichen Themen in den Bildern. Die Farbgebung ist zumeist von Erdtönen und reduzierter Farbgebung geprägt. 

 

Mit den Jahren vergrößert sich seine Farbpalette im Umgang mit Eitemperafarben, die er deckend und lasierend in geschichteten Ebenen anlegt. 

 

Figürliche und dinghafte Bildthemen wechseln zu gegenstandslosen Inhalten in den nachfolgenden Werkreihen.

 

Mit der Entscheidung das Malmittel zu wechseln, Ölfarben zu verwenden, somit unempfindlichere Flächen, robustere und flexiblere Trocknungszeiten zu erhalten, schafft er sich neue Möglichkeiten im Umgang mit seiner Malerei.

 

In den nachfolgenden Werkreihen arbeitet er additiv mit Form und Farbe.

Es entstehen dichte farbige Strukturen, die gedanklich über das Bildformat hinausreichen.

 

Im weiteren Arbeitsverlauf befreit sich seine Malerei vom vorhandenen Konzept dieser dicht gesetzten Texturen. Neue Kompositionen zwischen Abstraktion, Zeichnung und konkreten Bildmotiven entstehen. 

 

In der Werkreihe „ this is a hut “ entstehen 2020 Arbeiten, die auf konkrete Erlebnisse Bezug nehmen. Er gestaltet, bemalt und integriert gebrauchte Gegenstände, bezugnehmend auf Themen wie Verschwendung und Mangel.

 

Die jüngeren Bilder stehen für einen atmosphärischen Ausgangspunkt, der mit kräftigen Farben und verschiedenen Formen der Einschreibungen gegen eine evidente Ästhetik arbeitet.

Rainer Borghoff beginnt in diesen Bildern mit Unregelmäßigkeiten, direkten Eingriffen und nachvollziehbaren Arbeitsspuren Markierungen zu setzen. 

Er benutzt seine Finger um Inspiration und Schnelligkeit direkt mit der Farbe einschreiben zu können. Die Bildträger zeigen kräftige Spuren und nachvollziehbare Übermalungen. Alle Malschritte sind auf dem Bildträger nachvollziehbar.

 

An einem willkürlich gewählten Zeitpunkt stellt er das Bild zur Seite, um einen finalen Moment wählen zu können.

 

Der Trugschluss, daß das Bild seine Fertigstellung gefunden haben könnte, zeigt 

die ganze Faszination im Malprozess.

 

Wann ist ein Prozess im Fluss und wann findet er zu seinem Ende?

 

 

Helene Brod

 

Ever tried.

Ever failed.

No matter.

Try again.

Fall again.

Fail better.

 

Samuel Beckett